ANALOGES ORTEN. SENDER UND EMPFÄNGER

stehendes gewässer im zweistromland, 2018, Öl- und Acrylfarbe auf Leinwand, 88 x 80 cm     

Sonntag, Montag ...

 

 

Die Woche hat sieben Tage. Die heißen ..., das weißt du ja! Aber wahrscheinlich weißt du nicht, seit wann die Tage nicht mehr wie für die Urmenschen einer hinter dem anderen herlaufen, ohne Namen und ohne Reihenfolge. Wer sie in Wochen zusammenfaßte und jedem einen Namen gab. Das geschah nicht in Ägypten. Das geschah in einem anderen Land. Heiß war es dort auch. Und statt eines Stromes, des Nil, gab es dort sogar zwei: Euphrat und Tigris. Man nennt das Land darum Zweistromland.

Ernst H. Gombrich

 

Man begann den Prozess gestückelt zu betrachten und muss sich nun fragen,

wenn man etwas lineares einfach so unterteilt,

ist dann plötzlich etwas zwischen diesen Teilen,

dort wo die Grenzen aneinanderstoßen,

vielleicht nur ein Haar breit oder mehr? 

Ernst H. Gombrich: Eine kurze Weltgeschichte für junge Leser, Seite 39, DuMont Buchverlag Köln, 4.Aufl., 2013

 

Und im Unterschied zu moderner Auffassung galten seine Worte nicht darum als groß, weil sie große Gedanken ausdrückten. (...)

Hier entspringt die Einsicht und mit ihr das Denken aus dem Sprechen, und nicht umgekehrt, aber Sprechen und Handeln galten als gleich ursprünglich und einander ebenbürtig, sie waren gleicher Art und gleichen Ranges.

 

Hannah Arendt: Vita activa oder vom tätigen Leben, München 1981, S.36.

Hannah Arendt      

 

W. Gemoll, K. Vretska: Gemoll, München 2006, S. 406.
W. Gemoll, K. Vretska: Gemoll, München 2006, S. 406.
linien 1 | 2, 2012, Tinte auf Papier, 150 x 300 cm
linien 1 | 2, 2012, Tinte auf Papier, 150 x 300 cm

LINIEN VERWANDELN DIE FLÄCHE UND BILDEN RAUM

Mein Brief an Katharina beschreibt gleichermaßen den Anfang meines Studiums,

wie auch den Anfang eines jeden Bildes.

 

Er soll einen Prozess sichtbar machen, der andeutet in welcher räumlich-erdachten Situtation mir entstandene Bilder erscheinen und zugleich das Erkennen im Prozess beschreiben, das eine der wichtigsten Qualitäten des gemalten Bildes für mich als Malende ist.

Ebenso hoffe ich, dass er vermittelt, inwieweit es notwendig ist (bei jeden einzelnen Bild wieder), Altlasten den Rücken zu kehren und zu schauen.

 

Es ist ein Schauen mit der gleichen Zuversicht, wie ein Sprechen mit der Vorfreude auf Erkennen.

.

Volksweisheit
Volksweisheit

DER MONOCHROME RAUM

W. Gemoll, K. Vretska: Gemoll, München 2006, S. 59.
W. Gemoll, K. Vretska: Gemoll, München 2006, S. 59.

GRAU DES JAHRES

Die Betrachtung monochromer Flächen erlebe ich ,wie folgt:

Abstraktion, die aus einer Zusammenfassung zur Farbfläche resultiert,

enthält immer eine Spannung zwischen scheinbarer Einfachheit und denkbarer, unendlicher Tiefe der Fläche entlang aller Dimensionen.

Ausgehend von der  Betrachtung eines Aquariumfensters, das in 

einer einzigen weißen Fläche einen Einblick in ein mit trüber Flüssigkeit gefülltes Becken gewährt, möchte ich die Aussage veranschaulichen,

dass seine optisch erfasste Fläche immer aus unzähligen Partikeln besteht und theoretisch sehr komplex ist. Das Wissen über die tatsächliche Tiefe des Aquariums ist von Erfahrung getragen bzw. bedarf einer Metaebene oder eines Außenstehenden, um ermittelt zu werden. 

Die monochrome Fläche, die ich beschreiben will, wird ohne Umgebung gesehen. Wissend, dass Informationen durch zusätzliche Anhaltspunkte der Umgebung fehlen.könnten, gehe ich bei jeder Fläche von dem Potential aus ,unendlich tief zu sein. 

Hinzu kommt, dass selbst der kleinste Bestandteil, ob Faser oder Pigment, eine grenzenlose Diversität durch Wachstum und Ablagerung enthält,

so dass er lokale und temporale Einflüsse in sich codiert.

 

grau des jahres ´15 + ´16, Pigmentsammlung auf Leinwand
grau des jahres ´15 + ´16, Pigmentsammlung auf Leinwand
„grau des jahres 15 u. 16“, darüber: „ mein schönstes ferienerlebnis“
„grau des jahres 15 u. 16“, darüber: „ mein schönstes ferienerlebnis“
W. Gemoll, K. Vretska: Gemoll, München 2006, S. 869.
W. Gemoll, K. Vretska: Gemoll, München 2006, S. 869.